Milos Pantovic im Interview

Dieses Thema im Forum "Profis" wurde erstellt von Herr Bert, 12. Juli 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Seinen 22. Geburtstag hat Milos Pantovic im Trainingslager gefeiert, einen Tag nach der Anreise in Weiler. Die Mannschaft brachte ihm samstags nach dem Training ein Ständchen auf dem Rasen, abends hatte der Chefkoch des „Tannenhof“ für den Serben eine süße Überraschung inklusive Pyrotechnik (Wunderkerzen!) parat, begleitet von einer geschlossenen Teamleistung qua Absingen sämtlicher „Happy Birthday“-Strophen, die man so kennt. Milos´ Dankesrede fiel kurz und knackig aus: „Danke, Jungs!“ Großes Gelächter. Im Interview ist Pantovic dann glücklicherweise auskunftsfreudiger und nicht minder schlagfertig.


    Hallo Milos! Geburtstag im Trainingslager dürfte für dich nichts Neues sein…
    Nein, es war jetzt ungefähr das zehnte Mal, dass ich so etwas erlebt habe. Für mich also Routine. (lacht)

    Bedenkt man, dass du erst 22 Jahre alt bist, eine stramme Leistung.
    Ich kenne es kaum anders, bin aber eh nicht so der Geburtstagstyp. Natürlich werde ich, wenn wir aus dem Trainingslager zurück sind, mit meiner Familie den Tag nachholen, in Form eines Essens oder so.

    Jetzt bist du wieder in Bayern, dabei bist gerade erst weg von den Bayern.
    Es geht schneller als man denkt! (lacht)

    Wenn ein Spieler vom FCB zum VfL wechselt, ist das mit großen Erwartungen, ja Druck verbunden. Spürst du schon den Erwartungsdruck?
    Den Druck mache ich in erster Linie mir selbst, das ist völlig unabhängig davon, ob ich eine Bayern-Vergangenheit habe oder nicht. Ich erwarte von mir selbst am meisten. Zudem hatte ich gute Gespräche mit Sebastian Schindzielorz und Robin Dutt, sodass ich genau weiß, was sie von mir erwarten. Und ich weiß mittlerweile auch, was die Jungs aus der Mannschaft von mir erwarten. Das probiere ich umzusetzen. Schaun mer mal, ob´s reicht… (lacht)

    Nun schwingt bei der Verbindung Bayern-Bochum immer der Name Hermann Gerland mit. Welche Rolle hat er bei deiner Verpflichtung gespielt?

    Eigentlich keine. Weder mein Berater noch ich hatten persönliche Gespräche mit ihm, auch der VfL hat mich persönlich in Augenschein genommen, also klassisch gescoutet. Aber es hat sicher nicht geschadet, dass mein Berater Maurizio Gaudino eine VfL-Vergangenheit und mit Sebastian Schindzielorz zusammengespielt hat. Und auch bei ihm musste ich mich über den VfL nicht großartig erkundigen, da wusste ich schon einiges.

    Was denn zum Beispiel?
    Ein guter Verein für junge Spieler, die sich entwickeln wollen und sollen. Sehr familiär geführt, das hat sich bei meinen ersten Besuchen auch schon bestätigt. Ein schönes Old-School-Stadion, auf das ich gespannt bin, da habe ich bisher nur trainiert und noch nicht vor Kulisse gespielt. Wenn ich ein erstes, kurzes Zwischenfazit ziehen sollte: Alles richtig gemacht. Schon auf dem Rückweg von Bochum nach München habe ich zu Mauri gesagt: Ich mach das. Trotz anderer Angebote.

    Was wollen wir denn von dir, also was haben dir Sebastian Schindzielorz und Robin Dutt in den Anforderungskatalog geschrieben?
    Sie erwarten Schnelligkeit und Technik, die Qualitäten habe ich. Was nicht heißt, dass ich mich nicht auch in diesen Bereichen noch verbessern kann und muss. Ich habe zwar schon im Männerbereich auf Regionalliganiveau gespielt, aber Zweite Liga ist dann doch noch etwas anderes. Außerdem denke ich, dass ich gut in diese Mannschaft passe. Deshalb habe ich mich auch so schnell entschieden, direkt nach Saisonende. Wodurch ich auch entspannter in den Urlaub gehen konnte, weil zum Beispiel die Wohnsituation dann schon geklärt wurde. Ich habe schon eine Wohnung in Bochum und konnte mich so hier vom Start weg ganz auf Fußball konzentrieren.

    Bist du eher ein „Linker“ oder ein „Rechter“ – nix Politisches, sondern auf dein Flügelspiel bezogen?
    Das war zu Bayern-Zeiten recht ausgeglichen. Da habe ich nicht nur links oder rechts gespielt, sondern ab und zu auch hinter den Spitzen. Hier wurde ich anfangs überwiegend auf der rechten Seite eingesetzt.

    Die ersten Tore und Torbeteiligungen waren auch schon dabei, zuletzt beim Test gegen Zürich. Gibt es irgendein Vorbild für dich?
    Na klar, Thierry Henry. Es gab viele Spieler, zu denen man hochgeschaut hat, aber er war in vielen Bereichen vorbildlich.

    Deine aktuelle Konkurrenz im Kader ist auch nicht ohne, u.a. mit Sidney Sam ein ehemaliger deutscher Nationalspieler und in Robbie Kruse ein aktueller WM-Teilnehmer. Eine große Herausforderung?
    Die ich absolut annehme, sonst wäre ich ja nicht zum VfL gekommen. Ich spiele nicht gegen die beiden, sondern mit ihnen. Und ich kann noch viel von den Jungs lernen und mir einiges von ihnen abschauen. Aber die Brust von mir wird dadurch nicht schmaler, ich probiere so viel oder so oft wie möglich zu spielen.

    Ist das dieses Mia-san-mia-Gen der Bayern?
    Diese Mentalität bekommt bei den Bayern von klein auf mit. Mein Glück war, dass ich schon seit meinem elften Lebensjahr für die Bayern gespielt habe. Doch ein gewisses Maß an Selbstvertrauen muss man schon auf- oder mitbringen, sonst wird es generell schwer. In jeder Liga und in jeder Mannschaft.

    Die Umstellung von München aufs Ruhrgebiet ist dir gelungen?
    Sie ist schon groß, das muss ich sagen. Aber allzu viel habe ich von Bochum auch noch nicht sehen könne, da wir bisher in der Vorbereitung viele und anstrengende Einheiten hatten. Das ging meistens aus der Kabine direkt auf die Couch und von da dann wieder in die Kabine und auf den Platz. (lacht)

    Und deine Umstellungen auf die größeren Stadien?
    Ich habe ja bei den Bayern-Profis schon die eine oder andere Erfahrung sammeln dürfen, habe unter Pep Guardiola mein Debüt in der Bundesliga gegeben, gegen Werder in Bremen. Außerdem kenne ich auch die Allianz-Arena von innen, weil ich im Kader war, gegen Leverkusen. Unter Carlo Ancelotti war ich beim SuperCup dabei, in Dortmund. Außerdem war ich noch in Hoffenheim dabei und bei den USA-Reisen, wo wir u.a. gegen Chelsea vor großer Kulisse gespielt haben. Aber die Reise durch die größeren Stadien fängt jetzt erst richtig an, das stimmt schon. Und deshalb freue ich mich richtig auf die neue Saison.

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