Interview mit Neuzugang Sebastian Maier

Dieses Thema im Forum "Profis" wurde erstellt von Herr Bert, 7. Juli 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Noch wohnt er im Hotel, aktuell sogar im doppelten Sinne: Sebastian Maier, Neuzugang von Hannover 96, hat die ersten Wochen in Bochum hinter sich. Über die Eingewöhnungsphase bei seinem neuen Arbeitgeber namens VfL Bochum 1848 haben wir mit dem 24-Jährigen gesprochen.

    Hallo Basti! Die ersten zwei Wochen sind um, Zeit für ein kleines Zwischenfazit: Deine Eindrücke in und von Blau-Weiß?
    Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen, alle – auch im Verein – sind sehr nett und hilfsbereit. Ich denke, dass ich hier sehr gut zurechtkommen werde. Interessanterweise ist es das erste Mal, dass ich irgendwo neu in eine Mannschaft komme und niemanden kenne. Und ich habe schon im Süden, im hohen Norden und im Norden gespielt. Bisher war ja immer noch der eine oder andere Bekannte dabei, mit dem ich schon zusammengespielt habe, doch diesmal ist es anders. Der Westen ist für mich also in jeglicher Hinsicht Neuland. Aber es hat sich herausgestellt, dass das erstens kein Nachteil ist und zweitens für mich sowieso kein Problem darstellt.

    Noch mal zum Mitschreiben: Warum der VfL?
    Beim VfL hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass man sich um mich bemüht und auf meine Fähigkeiten setzt. Das ist in Hannover zuletzt nicht mehr so gewesen, da es die Position der „Zehn“ im System schlicht nicht mehr gab. Der VfL wollte mich haben, hier kann ich eine wichtige Rolle spielen. Dieses Gefühl hat sich bei mir festgesetzt. Und das Gefühl gebraucht zu werden, hatte ich in den Gesprächen mit den Bochumer Verantwortlichen von Beginn an.

    Der VfL ist also auch für Bundesligaspieler eine gute Adresse…
    Er ist auf jeden Fall ein bekannter Klub, ein echter Traditionsverein. Ich habe es anlässlich meiner Vorstellung ja schon gesagt, dass ich es mir in meiner Karriere zwar nicht bewusst ausgesucht habe, es aber auffällt, dass ich bisher nur an Traditionsstandorten gespielt habe: 1860 München, St. Pauli und Hannover. Und von all diesen Stationen habe ich beeindruckende Bilder im Kopf und positive Erfahrungen gesammelt. Als ich mir in Bochum die Gegebenheiten angeschaut habe, war mir schnell klar, dass hier mein neues Zuhause werden kann.

    Apropos „Zuhause“: Du bist im Mittelfeld zuhause. Deine Lieblingsposition? Eher zentral oder doch außen, mehr Zuspieler oder in die Spitze drängend?

    Es sind zwar erst knapp zwei Wochen um, sodass wir uns immer noch in der Orientierungs- und Erprobungsphase befinden. Aber ich denke, dass ich schon in einer zentralen Position meine Stärken am ehesten ausspielen kann. Allerdings habe ich bei St. Pauli auch auf außen gespielt, diese Position kenne ich also ebenfalls. Der Trainer sieht mich wohl auch eher in einer zentralen Position, so die bisherigen Trainings- und Spieleindrücke. In der Vergangenheit war ich derjenige, der als Zuspieler auffällig wurde. Mir wurde oft gesagt, dass ich noch torgefährlicher sein müsse. Das nehme ich mir auch vor. Schüsse aus der zweiten Reihe sind mir nicht fremd, da versuche ich mich zukünftig besser einzubringen. Wenn man mit einem Stürmer spielt, wird der offensive Mittelfeldspieler umso wichtiger.

    Du wirst gerade zu Anfang viele Vergleiche mit Kevin Stöger aushalten müssen.
    Im Grunde genommen kann man sich die Vergleiche sparen, denn Kevin und ich sind unterschiedliche Spieler, auch wenn wir vielleicht auf der gleichen Position eingesetzt werden. Grundsätzlich ehrt es mich, wenn ich geholt werde, um einen anerkannten und guten Spieler zu ersetzen. Nur möchte ich, und das habe ich mit der Aussage gerade gemeint, den Fans zeigen, dass ich Sebastian Maier bin und meine eigenen Stärken habe, die ich beim VfL einbringen möchte.

    Standards gelten als eine deiner Stärken, das erste Tor im ersten Abschlussspiel im Trainingslager fiel nach einer Freistoßvorlage von dir. Sehen wir das demnächst auch im Pflichtspielbetrieb öfter?
    Bis jetzt gehörten Standards in der Tat zu meinen Stärken. Ich hoffe, dass ich diese Stärke auch in Bochum einbringen kann. Nur kann ich mich nicht nach so kurzer Zeit als Standardschütze Nummer eins hinstellen. Das erfolgt alles im Zusammenspiel und nach Absprache mit mehreren Beteiligten. Wenn ich es mir wünschen sollte, dann wäre natürlich ein Start beim VfL wie damals bei St. Pauli optimal. St. Pauli war meine erste „richtige“ Profistation, nachdem ich bei Sechzig mehr so einen Schnupperkurs absolviert hatte. Und gleich zu Beginn meine Zeit in Hamburg wurde ich in einem Heimspiel kurz vor dem Ende eingewechselt, bei einem Freistoß. Und den habe ich sogleich direkt verwandelt. Es war der Siegtreffer, zugleich mein erstes Profi-Tor.

    Wir spinnen die Geschichte einfach mal weiter: Dein erstes VfL-Spiel, womöglich gegen Köln zum Saisonauftakt, es ist kurz vor Schluss und wir bekommen einen Freistoß…
    (lacht) Wie gesagt: Wenn ich es mir wünschen könnte, wäre das eine Idealkonstellation. Aber in der Realität sieht es so aus, dass wir uns auf die Partie gegen den 1.FC Köln freuen. Ein interessanter Start, höchstwahrscheinlich vor ausverkauftem Haus. Köln ist zwar ein Brocken, aber ich sehe uns auf einem guten Weg, um für diese Partie gewappnet zu sein.

    Ein Trainingslager in deiner bayerischen Heimat, du bist gebürtiger Landshuter, ist schön?
    Landschaftlich auf jeden Fall, auch das Hotel macht einen prima Eindruck. Aber es ist halt ein Trainingslager, wo wir uns Grundlagen erarbeiten, um die Saison erfolgreich zu bestreiten. Das steht im Vordergrund, da ist der Freistaat Bayern nur eine Randnotiz.

    Und wenn du aus dem Sporthotel Tannenhof raus bist, geht es für dich in Bochum wieder zurück ins Hotel?
    Ich habe inzwischen eine Bleibe gefunden, die nach dem Trainingslager bezugsfertig sein wird. Dann habe ich auch mehr Zeit, um meine neue Umgebung zu erkunden, das kam in diesen trainingsintensiven ersten Wochen eindeutig zu kurz. Ein bisschen habe ich aber schon von Bochum gesehen.

    Die ersten Testspiele sind absolviert. Die ersten Eindrücke?
    Spiele machen immer Spaß, auch wenn sie wie gegen Brünninghausen nicht mit dem gewünschten Resultat enden. Grundsätzlich sind aber die 90 Minuten mit dem Ball für alle angenehmer als das übliche Training in der Vorbereitung. Auf dem Platz, im Spiel, macht man auch Fortschritte hinsichtlich des Kennenlernens der Mitspieler. Deshalb bin ich um jedes Spiel in der Vorbereitung froh.

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