Christian Fuchs November 2008

Dieses Thema im Forum "unserVfL.de im Gespräch mit..." wurde erstellt von Herr Bert, 27. September 2013.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Kannst du kurz schildern, wie der Kontakt zum VfL zustande kam? Hatten sie nach dem gescheiterten Wechsel zu Leverkusen im Vorjahr nach der EM auch Angebote außer dem Bochumer vorliegen?

    Der Kontakt zum VfL ist so zustande gekommen, dass der VfL Bochum selbst über meinen Berater als auch beim Verein SV Mattersburg Interesse an mir angemeldet hat. Natürlich bin ich dann auch mit Trainer Marcel Koller in Kontakt gekommen und so hat sich das eben entwickelt. Auch während der EM riss der Kontakt nie ab, und der VfL war von allen Vereinen, die Interesse hatten, derjenige, der sich am meisten um mich bemühte. Von daher war es für mich auch die logische Entscheidung, dass ich zum VfL wechseln würde. Vor allem glaube ich auch, dass das für mich von der Karriereplanung her ein toller Schritt war. Andere Angebote lagen zwar auch vor, aber das war alles nicht spruchreif. Außerdem lief das über Mattersburgs Präsident und von daher wusste ich auch zudem auch nichts von diesen Angeboten.

    Wie bekannt war dir der VfL Bochum in Österreich? Wie wurde allgemein dein Wechsel zum VfL in der Heimat aufgenommen und über wen hast du dich über den Verein informiert?

    Ich habe mal mit einem Ex-VfLer zusammengespielt. Das war Sergej Mandreko. Aber das ist jetzt auch mittlerweile drei Jahre her und er ist auch jetzt seit zwei Jahren aus Mattersburg weg. Was er genau macht, weiß ich gar nicht und daher verliert sich der Kontakt auch ein wenig. Den VfL kennt man in Österreich wie natürlich auch die ganze Bundesliga. Man weiß aber auch, dass Bochum in der letzten Saison besser dastand als es jetzt der Fall ist.

    Welchen Stellenwert genießt die 1. Bundesliga insgesamt im internationalen Vergleich zur Primera Division, der Serie A oder der Premiere League in Österreich und bei dir selbst, zumal die Premiere League ja für dich der große Traum ist?

    Die Premiere League bleibt mein Ziel und da möchte ich unbedingt mal spielen. In Österreich selbst hat die deutsche Bundesliga den höchsten Stellenwert, weil es mehr oder weniger der große Bruder ist und von daher am meisten beobachtet wird.

    Was hat dich in deinen ersten Wochen an der Bundesliga am meisten begeistert und welche eigenen Vorfreuden oder welche eigene Erwartungshaltungen wurden erfüllt und worüber warst du enttäuscht, sowohl spielerisch als auch vom Umfeld?

    Ich habe bislang bis auf die aktuelle sportliche Situation nur positive Eindrücke gesammelt. Zum einen sind natürlich die Stadien größer, da du immer vor mindestens 20.000 Zuschauern spielst und das ist natürlich im Gegensatz zu Österreich, wo du vor 4.000 bis 5.000 Fans aufläufst, ein sehr großer Unterschied. Daher ist das einfach ein ganz anderes Niveau als in Österreich und die deutsche Bundesliga ist ja nicht ohne Grund höher anzusiedeln.

    Und Enttäuschungen gab es jetzt nicht? Denn du hast jetzt auswärts beispielsweise Cottbus schon erlebt und auf der anderen Seite die großen Stadien wie in Dortmund, München oder Gelsenkirchen.

    In Cottbus hat man trotz alledem ein Stadion, was geschlossen ist und da hast du in Österreich nicht so viele von. Da hast du in Österreich als Verein beispielsweise nur Rapid oder auch Salzburg, wo man nach der EM zwar nicht zurückgebaut hat, aber trotz alledem die oberen Ränge leer sind, was auch eine Katastrophe ist.


    Wie bewertest du die aktuelle Situation, in der sich der VfL kurz vor Ende der Hinrunde befindet? Du kannst dir sicher vorstellen, dass unter den Fans rege Diskussionen laufen und man alles als zufrieden ist und man sich auch Sorgen macht, dass man nächste Saison gegen Augsburg ins Stadion muss und nicht mehr Dortmund als Gegner hat. Wie bewertest du die aktuelle Situation? Was läuft falsch und wo liegt es im Argen, das es momentan so schief läuft?

    Ich finde, wir verkaufen uns momentan unter Wert, weil man weiß, was in der Mannschaft steckt. Wir haben es immer wieder bewiesen, nur haben wir letztendlich zu viele Unentschieden fabriziert, weil so viele Chancen, wie wir sie in den Spielen hatten und nicht nutzen konnten –Da müssen wir uns selbst an die Nase fassen und eben dort ansetzen. Denn wenn wir jetzt statt acht Unentschieden nur vier Remis und dafür vier Siege hätten, wären wir weiter vorne in der Tabelle und ständen im Mittelfeld. Somit sähe die Situation rosiger aus, aber natürlich helfen dir die Unentschieden, um dahinten heraus zu kommen, nicht wirklich weiter. Es wird an der Zeit, endlich mal wieder drei Punkte einzufahren und dann sieht die Welt auch wieder ganz anders aus. Wir möchten das aber auch nicht nur schlecht reden, da wir auch gute Leistungen gezeigt haben.

    Wie erklärst du zum Beispiel so Leistungsunterschiede, wie man sie am Samstag gegen Hertha BSC in der 1. und 2. HZ ausmachen konnte und die zu dem gleichen Spielverlauf wie gegen Bayer Leverkusen führten? Wie würdest du das beispielsweise sehen, was sich in den Köpfen da widerspiegelt und die Angst da ist, wenn man auf dem Platz kommt und alles vergessen hat, was der Trainer gesagt hat oder ist das wirklich nur fehlende Konzentration?

    Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube nicht, dass man so unter Druck steht, dass man die Anweisungen vom Trainer verdrängt hat. Gegen Berlin war es ja so, dass es, als ich ins Spiel kam, bereits 0:3 stand und man konnte jetzt auch nicht mehr wahnsinnig viel verlieren. Ich weiß auch nicht, was da passiert ist. Und in der 2. Halbzeit wurde ja dann von unserer Seite aus Fußball gespielt, aber die erste Halbzeit machte einen schon fassungslos.

    Als einer der Hauptgründe für die aktuelle Situation wurde ja auch eine gewisse Schwäche bei Standards festgemacht. Obwohl gegen Hertha BSC das 1:2 durch eine Ecke erzielt wurde, ist durchaus in den Medien und unter den Fans weiterhin davon zu lesen und zu hören, dass hier ein Manko zu sehen ist. Wie kann man außer der Intensivierung des Trainings von Standards dem entgegenwirken? Zwar wurden in der Woche vor dem Berlin-Spiel bereits Standards trainiert? Kann man das einfach nur weiter trainieren?
    Variantenreicher kann man auf jeden Fall trainieren. Wichtig ist auf jeden Fall, dass jeder mit der Selbstüberzeugung in die Standardsituation hineingeht, dass er den Ball bekommen möchte und ihn zum Torabschluss nutzt. Die Eck- oder Freistoßschützen müssen sich speziell darauf konzentrieren, den Ball gut hineinzubringen. Wobei der Treppenwitz bei der Geschichte ja ist, dass ich zum Zeitpunkt des Sondertrainings gar nicht dabei war, sondern beim Länderspiel gegen die Türkei, aber dann doch die Ecke zum 1:2 von Sestak getreten habe. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass man gegen Berlin durchaus merken konnte, dass wir diesmal gefährlich bei Standards waren und immer für viel Konfusion im gegnerischen Strafraum sorgten.

    Kannst du den Lesern auf unserVfL.de kurz einen Einblick darüber geben, wie der Ablauf einer Trainingswoche beim VfL aussieht? Was trainiert ihr konkret, zum Beispiel Sitzungen von Taktiktheorie?


    Taktiktheorie findet ja meist auf dem Rasen statt. Da schauen wir uns an, wie wir verschieben und wie wir uns taktisch im Raum verhalten müssen. Aber man muss sich das so vorstellen: Nach dem Spiel haben wir Regeneration. Der zweite Tag nach dem Spiel ist der, an dem man am müdesten ist. Danach haben wir eine höhere Intensität zu Beginn der Woche. Gehen wir mal von einem Samstagsspiel jetzt aus, haben wir am Dienstag zwei Trainingseinheiten und dann kontinuierlich eine Trainingseinheit, aber halt so geplant, dass die Intensität bis zum Spiel nachlässt, so dass man bis zum Spiel wieder voll im Saft steht und voller Kräfte ist.

    Was sind für dich die gravierendsten Unterschiede im Training des VfL, wenn man hier das Training dem in Österreich bei Mattersburg oder bei der ÖFB-Auswahl gegenüberstellt?

    Man kann das ÖFB-Team natürlich nicht mit der österreichischen Bundesliga vergleichen. Es ist so, dass es im Gegensatz zu Mattersburg beim VfL so ist, dass die Qualität im Training von jedem einzelnen Spieler eine höhere ist als es in Mattersburg der Fall war. Da gibt es schon ein größeres Leistungsgefälle. Da gibt es 11-12 konkurrenzfähige Spieler und der Rest ist zwar in Ordnung, aber nicht so die große Konkurrenz für die Stammelf. In Bochum ist es hingegen so, dass jeder Spieler von der ersten Minute an auflaufen kann, ohne dass man sehr viel an Qualität verliert. Das macht es dann auch aus, dass die deutsche Bundesliga über die österreichische zu setzen ist.

    Wie hast du zuletzt die zweimalige Rückversetzung auf die Bank in Hannover und gegen Berlin aufgefasst? Schließlich warst du bislang nach dem Notenschnitt im Kicker nach Anthar Yahia als notenbester Feldspieler.

    Fürs Hannover-Spiel wäre ich zwar einsatzfähig gewesen, ich hatte aber in der Woche vor dem Spiel nur zweimal mittrainiert. Die Mannschaft hingegen hat 5-6mal trainiert und von daher war es für mich klar, dass ich in Hannover nicht zum Zuge kommen würde. In Hannover selbst haben wir eine gute Leistung gezeigt und der Trainer hatte keine Gründe etwas zu ändern und konnte natürlich darauf spekulieren, dass es wieder so laufen würde. Das dann die katastrophale erste Halbzeit gegen Hertha folgen würde, , konnte natürlich keiner erahnen.

    Wo siehst du sich in der Startformation besser aufgehoben? Auf der Linksverteidigerposition oder im Mittelfeld? Oder ist es dir egal, wo du aufläufst, weil du dich auf beiden Positionen gut aufgehoben fühlst?

    Jeder will natürlich von Beginn an spielen und ich kann sowohl links hinten als auch im Mittelfeld spielen. Gegen Berlin war ich zwar auch hinten links, habe aber dann doch mehr weiter vorne gespielt. Aber gut, ich spiele dort, wo der Trainer mich einsetzt. Von daher bevorzuge ich keine genaue Position, und bei Mattersburg im 3-5-2 habe ich die letzten Partien sogar im zentralen Mittelfeld bestritten.

    Nun hat ja jeder Fußballer seine Stärken und Schwächen. Wo siehst du deine Stärken und wo genau deine Schwächen? Wie kann man dem entgegenwirken außer Zusatzschichten nach dem Training?

    Meine Stärken? Ich spreche nicht gerne von mir selbst, aber ich glaube schon, dass ich sehr viel Druck über die Seiten erzeugen kann und einen strammen linken Schuss habe. Meinen linken Fuß würde ich sowieso als mein Kapital bezeichnen, weil die Flanken und Standards auch mit links gut kommen. Und meine Schwächen? Nunja, Cordon Bleu ist meine Schwäche – aber mal ernsthaft, es gibt immer was zu verbessern und ich bin ein Spieler, der sich selbst am meisten kritisiert und mit sich selbst nie zufrieden ist. Man kann immer lernen.

    Wie bereitest du sich auf ein Spiel vor? Hast du einen festgelegten Tagesablauf und gewisse Rituale direkt vor Spielbeginn oder bist sogar abergläubisch?

    Ich betrete den Platz immer mit dem linken und verlasse ihn mit dem rechten Fuß. Ich mache immer alles mit dem linken Fuß, ziehe sogar zuerst die Socken oder Schuhe links an, steige auch zuerst ins linke Hosenbein oder dehne mich zuerst links. Der linke Fuß wird also als Kapital gefördert.

    Und hast du darauf geachtet?

    Ich habe eine Saison mal eine Saison mit dem linken Fuß alles gemacht und es lief gut, danach war es mal so, dass ich es eine Saison mit dem rechten Fuß gemacht habe und es lief nicht so gut. So ist das halt gekommen. Seit neuestem ist es außerdem so, dass ich mich vor den Spielen am Spieltag immer rasiere.
    Nationalmannschaft:

    Nun ist ja nach der EM Hickersberger als Nationaltrainer der ÖFB-Auswahl ausgeschieden und mit Brückner hast du einen neuen Nationaltrainer bekommen. Was hat sich deiner Meinung nach seitdem bei der Nationalmannschaft prinzipiell verändert oder konnte man keine Veränderungen feststellen?

    Es gab auf jeden Fall erstmal andere Spieler im Kader. Aber ohne Brückner jetzt kritisieren zu wollen, haben wir unter Hickersberger wesentlich offensiver gespielt. Zwar haben wir jetzt ein besseres System, stehen besser im Raum und verschieben auch intensiver, aber unter Hickersberger entwickelten wir einen größeren Offensivdrang und erspielten uns mehr Chancen, was im Moment ein wenig fehlt. Der größte Unterschied ist aber hoffentlich, dass man „Cordoba“ endlich los ist.

    Welche Chancen hat Österreich noch, sich für die WM 2010 zu qualifizieren? Wird man die Kurve noch kriegen und 2010 im Endspurt den Rückstand aufholen können?

    Die Kurve noch zu kriegen wird doch sehr schwer werden, da wir uns schon zu viele Ausrutscher geleistet haben. Wenn wir uns qualifizieren sollten, dann nicht souverän, sondern mit Ach und Krach. Aber die Chance ist noch da. Es ist aber auch so gewesen, dass mit dem Sieg gegen Frankreich die Erwartungen der Öffentlichkeit zu hoch geworden sind. Das war jetzt ein einmaliger Sieg und die nächste Partie haben wir dann auch in Litauen verloren. Es ist nun mal nicht so, dass wir eine Mannschaft sind, die die Gegner in Grund und Boden spielt, sondern gegen Frankreich wurde eine defensive Taktik angewandt, was gut zu uns passt, vor allem, weil es gegen einen großen Gegner ging. Wir haben aber immer Probleme, wenn wir selbst die Initiative ergreifen müssen. Das schlimmste ist aber vor allem, wenn man Gegner wie die Färöer hat, die sich nur hinten hineinstellen. Wenn man nicht da war, kann man es sich nicht vorstellen, was sich da abspielt. Ich habe es mir selbst nicht vorstellen können, auch wenn jeder gesagt hat, dass es eine Katastrophe werden würde. Wind war das nicht, das war ein Sturm. Schon beim Hinflug gab es Turbulenzen – und es war wirklich so, wie wenn du auf eine Gruselinsel fliegst, wo die Insel totenstill ist und auf einmal alles düster wird. Es war erst der Sonnenschein und dann im Landeanflug wurde alles grau, du hast nichts mehr gesehen. Dann hörte man nur den Sturm und das Flugzeug war auf einmal schief. Außerdem musste man durch eine Schlucht fliegen und die Landebahn war auch kürzer, deswegen werden die Färöer nur mit kleinen Flugzeugen angeflogen. Auf dem Teamlehrgang haben wir außerdem gehört, dass normale Piloten das gar nicht erst anfliegen, weil denen das zu gefährlich ist bei dem Wind und dem Wetter. Frankreich spielt außerdem dort gar nicht erst und es war wirklich wie auf einem anderen Planeten. Beim Abstoß landete der Ball hinter dem Tor und das Spiel fand dann bei Dämmerung statt –die hatten gar kein Flutlicht. Wir haben also mehr oder minder im Dunkeln gespielt. Auch der Platz in Litauen war sehr interessant. Da gab es auch nur eine Tribüne ohne Zaun oder Absperrungen. Wie ein normaler Fußballplatz halt, nur mit Banden.

    Bekommt man während des Spiels eigentlich die äußeren Einflüsse von den Fans mit und lässt sich davon auch beeinflussen? Bist du so ein Typ, der sich davon beeinflussen lässt und den das sogar pusht wie es früher bei Effenberg oder Kahn der Fall war?

    Kahn konnte das, der sagte ja, dass ihn die Pfiffe motivieren. Natürlich bekommt man das mit, aber das darf dich nicht in deiner Leistung beeinflussen und es muss dich eher zusätzlich motivieren. Vielleicht hast du es ja gesehen, dass ich bei den Pfiffen zur Tribüne gegangen bin und die Fans zur Anfeuerung motiviert habe.

    Wird denn in der Mannschaft über negative/positive oder sogar falsche Berichterstattungen und Meinungen in den Medien und in Internetforen diskutiert?

    Meine Frau liest in den Foren regelmäßig mit, das weiß ich. Wenn du aber als Fußballer zuviel in den Zeitungen oder den Foren mitliest, lässt du dich ganz einfach von positiven oder negativen Schlagzeilen entweder zu sehr hemmen oder zu sehr abheben. Ich handhabe das so, dass ich von allem nicht viel mitbekommen möchte. Wenn es etwas gibt, teilt mir meine Frau das mit.

    Auch wenn du erst 22 sind, liest man ja immer wieder über Profis, die sich in Fortbildungen befinden oder an Fernuniversitäten für die Zeit nach der Karriere eingeschrieben haben. Inwiefern hast du dich sich schon für die Zeit danach gerüstet?

    Ich habe in Österreich Abitur an der Handelsakademie gemacht. Ich bin jetzt auch nicht an der Uni eingeschrieben, mache mir auch Gedanken für die Zeit nach der Karriere und habe auch einige Interessen, aber da habe ich noch Zeit für und mache mir da keine Sorgen.

    Nun ist ja deine Station beim VfL deine erste Auslandsstation. Was hat dir an Bochum und am Ruhrgebiet bislang am besten gefallen und was vermisst du am meisten aus der Heimat und müsste deiner Meinung nach am besten ins Ruhrgebiet geholt werden?

    So komisch es klingen mag, aber ich habe schon einiges aus der Heimat nachgeholt. So gibt es hier zum Beispiel keine Leberknödelsuppe aus der Dose. Von daher war es schon ein Anliegen, gute heimische Küche nachzuholen. Was mir in Bochum gefällt, ist vor allem der Weihnachtsmarkt, der ist super und riesig groß. Das kenne ich gar nicht aus der Heimat, nur aus Wien, was aber wiederum eine Metropole für sich ist. Was mir am Ruhrgebiet zusätzlich gefällt, ist die Nähe zwischen den Städten. Man kann sehr viel hier unternehmen.

    Und das Bild, was du von Bochum und vom Ruhrgebiet jetzt im Kopf hattest, also dass hier alles grau sei und alle unter Tage arbeiten würden - hat sich das bestätigt?

    Das ist uns auch vermittelt worden, mein Vater sagte das. Uns wurde erzählt, dass hier alles grau sei durch all die Zechen und die Stahlindustrie. Aber das hat sich gar nicht bestätigt. Wir waren im Park Inn am Anfang für einen Monat untergebracht, und jedes Mal, wenn man aus dem Fenster schaute, war alles grün. Das war schon sehr angenehm, das ist ein schöner Flecken. Am Kemnader Stausee war ich ja auch schon, sehr schön.

    Mit welchen Mitspielern bestehen denn privat gute Kontakte und wie reagierten diese auf ihre beiden Haustiere (Anm.: C. Fuchs hat eine Königspython und eine Königsnatter)?

    Die beiden Schlangen sind in Österreich geblieben. Die wollte ich nicht mitnehmen, sondern habe sie bei den Schwiegereltern untergebracht, da ich den Tieren die lange Fahrt nicht zumuten wollte. Privat habe ich am meisten Kontakt zu Dani Fernandes, da wir einiges miteinander unternehmen und zum Beispiel oft miteinander essen gehen. Der Kontakt kam so zustande, dass wir die erste Zeit in Bochum miteinander im Hotel verbracht haben, uns jeden Tag gesehen haben und haben uns so dann auch angefreundet.

    Und wie kommuniziert man miteinander?

    Die Unterhaltung findet auf denglisch statt. Er probiert häufig zu sprechen und bricht sich zwar noch oft die Zunge dabei, aber sein deutsch wird langsam besser. Seit ich in Deutschland bin, hat sich mein Englisch jedenfalls sehr verbessert.

    Welche Schlagzeile würdest du gerne mal über dich lesen?

    Was ich auch immer wieder probiere und ich gerne unbedingt mal schaffen möchte, ist eine direkt verwandelte Ecke. Das wäre schon eine Schlagzeile, die ich mal gerne über mich lesen möchte.

    unserVfL.de bedankt sich für das Interview und wünscht dir noch eine erfolgreiche Zeit beim VfL!

    Das Interview mit Christian Fuchs wurde im Vorgängerforum vfl-fanforum.de von Thorsten Amberge (BomS) im November 2008 geführt.

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