50+1: Ein Damoklesschwert über der Liga

Dieses Thema im Forum "Die Lage in den Ligen" wurde erstellt von Herr Bert, 18. Juli 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Das DFL-Präsidium hat sich bei der Ablehnung einer Ausnahmeregelung für Hannover 96 strikt an die Satzung gehalten, die sich Verbände und Vereine selbst gegeben haben. Doch das Eis, auf dem sich der deutsche Fußball beim Thema 50+1 und der Beteiligung von Investoren bewegt, ist jetzt verdammt dünn geworden. Ein Kommentar von Rainer Franzke.

    Will Hannovers Klubpräsident Martin Kind nicht zum Papiertiger abgestempelt werden, muss er seinen Ankündigungen die entsprechenden Taten folgen lassen und nach der DFB-Entscheidung vom Mittwoch, der Ablehnung der 50+1-Ausnahme, vor Gericht ziehen. Gegebenenfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH), der wohl erst in einigen Jahren ein verbindliches Grundsatzurteil sprechen würde. 50+1 schwebt bis dahin wie ein Damoklesschwert über der Liga.Es gibt gleichermaßen gute Gründe für den Erhalt der 50+1-Regel wie für deren Abschaffung. Der EuGH habe kein Auslegungsmonopol in dieser Angelegenheit, behaupten die einen. Verbände besäßen kein Recht, Unternehmen und Kapitalgesellschaften die Gestaltung ihres Handelns vorzuschreiben, sagen die anderen.

    Unabhängig von dieser Entscheidung hat die DFL einen Prüfungsantrag an das Bundeskartellamt gerichtet. Die Bonner Behörde möge befinden, ob 50+1 mit dem nationalen Kartellrecht zu vereinbare ist.Der Worst Case träte für den deutschen Fußball ein, wenn der EuGH 50+1 aushebeln sollte. Und zwar dann, wenn Kind seiner angekündigten Klage auch Schadensersatzansprüche gelten machen sollte. Und wenn sich weitere Klubs dieser Klage anschließen sollten. Da könnte eine Kostenlawine auf die Liga zukommen.

    Quelle und mehr: Kicker.de

Diese Seite empfehlen